Die Teilzeit-Falle nach der Elternzeit: Warum Teilzeitarbeit langfristig teurer ist als gedacht

Nach der Elternzeit in Teilzeit zu gehen, scheint fĂŒr viele Paare die naheliegende Lösung: Ein Partner reduziert die Arbeitszeit, um sich um die Kinderbetreuung zu kĂŒmmern, wĂ€hrend der andere weiterhin Vollzeit arbeitet. Doch diese Entscheidung hat langfristige finanzielle Konsequenzen, die oft unterschĂ€tzt werden – und die meist nur eine Person trĂ€gt.

In diesem Artikel erfÀhrst du, welche versteckten Kosten Teilzeitarbeit nach der Elternzeit wirklich mit sich bringt, warum es ungerecht ist, wenn nur eine Person die Nachteile trÀgt, und wie ihr als Paar einen fairen Ausgleich schaffen könnt.

Die Zahlen: Teilzeitarbeit nach der Elternzeit ist die Regel

Nach der Elternzeit in Teilzeit zu gehen ist fĂŒr viele MĂŒtter die NormalitĂ€t. Laut Statistischem Bundesamt arbeiten 68 Prozent der erwerbstĂ€tigen MĂŒtter mit Kindern unter 18 Jahren in Teilzeit.[1] Bei VĂ€tern sind es dagegen nur 6 Prozent.[1] Das zeigt: Nach der Elternzeit reduziert fast immer die Mutter ihre Arbeitszeit – wĂ€hrend der Vater weiterhin Vollzeit arbeitet.

Diese ungleiche Verteilung hat weitreichende finanzielle Konsequenzen. Die hohe Teilzeitquote von MĂŒttern ist einer der HauptgrĂŒnde fĂŒr den Gender Pension Gap von 27 bis 32 Prozent.[2] Das bedeutet: MĂŒtter erhalten im Alter deutlich weniger Rente als VĂ€ter – nicht nur wegen der Elternzeit selbst, sondern vor allem wegen der langfristigen Teilzeitarbeit danach.

Die RealitÀt

Fast sieben von zehn MĂŒttern arbeiten nach der Elternzeit in Teilzeit – wĂ€hrend die VĂ€ter weiterhin Vollzeit arbeiten. Die finanziellen Nachteile trĂ€gt fast immer nur die Mutter.

Was kostet Teilzeitarbeit nach der Elternzeit wirklich? Die drei Dimensionen des Verlusts

Wenn eine Person nach der Elternzeit in Teilzeit geht, wÀhrend der Partner weiterhin Vollzeit arbeitet, entstehen nicht nur kurzfristige Einkommensverluste, sondern langfristige finanzielle Nachteile in drei Dimensionen:

1. Direkte Gehaltsverluste wÀhrend der Teilzeitphase

Wer nach der Elternzeit in Teilzeit arbeitet, verdient sofort weniger. Das ist offensichtlich – aber die Summe wird oft unterschĂ€tzt.

Beispielrechnung: Anna verdient normalerweise 60.000 Euro brutto pro Jahr. Nach der Elternzeit arbeitet sie 10 Jahre lang in 50% Teilzeit statt Vollzeit:

  • Ohne Teilzeit: 10 × 60.000 Euro = 600.000 Euro
  • Mit 50% Teilzeit: 10 × 30.000 Euro = 300.000 Euro
  • Direkter Gehaltsverlust: 300.000 Euro ĂŒber 10 Jahre

Das sind 300.000 Euro weniger Einkommen – nur durch die reduzierte Arbeitszeit. WĂ€hrend der Partner, der weiterhin Vollzeit arbeitet, sein volles Gehalt erhĂ€lt, bleibt die Person in Teilzeit finanziell zurĂŒck.

2. Langfristige Gehaltsverluste durch Karrierenachteile

Teilzeitarbeit fĂŒhrt nicht nur zu niedrigeren aktuellen GehĂ€ltern, sondern auch zu langfristigen Karrierenachteilen. Studien zeigen, dass TeilzeitbeschĂ€ftigte:

  • seltener befördert werden
  • kleinere Gehaltserhöhungen erhalten (prozentual gleich, absolut aber geringer)
  • weniger Zugang zu Weiterbildungsmöglichkeiten haben
  • oft nicht fĂŒr FĂŒhrungspositionen in Betracht gezogen werden

Diese Karrierenachteile wirken sich nicht nur wĂ€hrend der Teilzeitphase aus, sondern auch danach. Wer einmal in Teilzeit war, bleibt oft langfristig auf einem niedrigeren Gehaltsniveau – auch wenn die Arbeitszeit spĂ€ter wieder erhöht wird.

Beispiel: Wenn Anna nach 10 Jahren Teilzeit wieder auf Vollzeit wechselt, hat sie nicht nur 10 Jahre lang weniger verdient, sondern auch weniger Gehaltserhöhungen erhalten. Ihr Gehalt liegt dann deutlich unter dem, was sie ohne Teilzeitphase hĂ€tte verdienen können – wĂ€hrend ihr Partner, der die ganze Zeit Vollzeit gearbeitet hat, sein Gehalt kontinuierlich steigern konnte. Diese GehaltslĂŒcke schließt sich oft nie vollstĂ€ndig und wirkt sich auch auf die Rentenpunkte aus.

3. Rentenverluste durch niedrigere BeitrÀge und niedrigere GehÀlter

Die gesetzliche Rente hĂ€ngt direkt von den eingezahlten BeitrĂ€gen ab – und diese wiederum vom Gehalt. Wer weniger verdient, zahlt weniger ein und bekommt spĂ€ter weniger Rente. Das betrifft sowohl die direkten BeitrĂ€ge wĂ€hrend der Teilzeitphase als auch die langfristigen Auswirkungen durch niedrigere GehĂ€lter.

Beispielrechnung: Anna verdient normalerweise 60.000 Euro brutto pro Jahr (= etwa 1,19 Rentenpunkte pro Jahr). Nach der Elternzeit arbeitet sie 10 Jahre lang in 50% Teilzeit:

  • Ohne Teilzeit: 10 × 1,19 = 11,9 Rentenpunkte
  • Mit 50% Teilzeit: 10 × 0,595 = 5,95 Rentenpunkte
  • Verlust: 5,95 Rentenpunkte
  • Das entspricht: etwa 224 Euro weniger Rente pro Monat (bei einem Rentenpunktwert von 37,60 Euro)
  • Über eine durchschnittliche Rentenbezugsdauer von 19 Jahren: ein Verlust von ĂŒber 51.000 Euro

Hinzu kommen die indirekten Effekte: Wer weniger verdient, kann auch weniger privat vorsorgen – die private Altersvorsorge fĂ€llt weg oder wird reduziert. WĂ€hrend der Partner, der weiterhin Vollzeit arbeitet, seine RentenansprĂŒche und private Vorsorge weiter aufbaut, bleibt die Person in Teilzeit zurĂŒck.

Laut DIW-Studie liegt der Motherhood Pension Gap in Westdeutschland bei 27 Prozent – und dieser Unterschied bleibt auch nach Anrechnung von Kindererziehungszeiten bestehen.[3] Ein wichtiger Grund dafĂŒr sind die langfristigen Auswirkungen von Teilzeitarbeit nach der Elternzeit. WĂ€hrend VĂ€ter ihre RentenansprĂŒche kontinuierlich aufbauen, bleiben MĂŒtter durch die Teilzeitphase langfristig zurĂŒck.

Das Problem: Wenn nur eine Person die Nachteile trÀgt

Das eigentliche Problem ist nicht die Teilzeitarbeit an sich – sondern dass meist nur eine Person die finanziellen Nachteile trĂ€gt. In den meisten Paaren ist es die Mutter, die nach der Elternzeit in Teilzeit geht, wĂ€hrend der Vater weiterhin Vollzeit arbeitet. Das fĂŒhrt zu einer massiven Ungerechtigkeit:

  • Die Mutter verliert: Rentenpunkte, Gehaltsentwicklung, Karrierechancen, private Vorsorge
  • Der Vater gewinnt: Weiterhin volle Rentenpunkte, volle Gehaltsentwicklung, volle Karrierechancen, volle private Vorsorge
  • Das Ergebnis: Ein massives finanzielles Ungleichgewicht, das sich ĂŒber Jahrzehnte verstĂ€rkt

Diese Ungerechtigkeit zeigt sich besonders deutlich im Alter: WĂ€hrend der Vater eine volle Rente erhĂ€lt, bekommt die Mutter deutlich weniger – obwohl beide sich gemeinsam fĂŒr Kinder entschieden haben. Das ist nicht fair.

Die Ungerechtigkeit

Wenn nur eine Person nach der Elternzeit in Teilzeit geht, trĂ€gt sie allein die finanziellen Nachteile – wĂ€hrend der Partner weiterhin alle Vorteile hat. Das ist nicht fair, denn beide haben sich gemeinsam fĂŒr Kinder entschieden.

Die Teilzeitfalle: Warum es so schwer ist, wieder rauszukommen

Teilzeitarbeit wird oft als temporĂ€re Lösung gesehen – doch in der Praxis bleibt sie oft dauerhaft. Das hat mehrere GrĂŒnde:

  • Gewohnheit: Nach Jahren in Teilzeit fĂ€llt der Wechsel zurĂŒck zur Vollzeit schwer
  • Betreuungssituation: Die Kinderbetreuung ist auf Teilzeit ausgelegt, eine Umstellung ist aufwendig
  • Arbeitgeber: Viele Arbeitgeber bieten keine oder nur schwer erreichbare Möglichkeiten fĂŒr eine RĂŒckkehr zur Vollzeit
  • Finanzielle AbhĂ€ngigkeit: Wer langfristig weniger verdient, ist finanziell abhĂ€ngiger vom Partner – und kann sich den Wechsel zur Vollzeit oft nicht mehr leisten

Das Statistische Bundesamt zeigt: Die Teilzeitquote von Frauen ist in den letzten Jahren sogar gestiegen, nicht gesunken.[1] Das bedeutet: Immer mehr Frauen arbeiten langfristig in Teilzeit – mit allen finanziellen Konsequenzen.

Wann ist Teilzeitarbeit nach der Elternzeit trotzdem sinnvoll?

Teilzeitarbeit nach der Elternzeit ist nicht grundsĂ€tzlich falsch – aber sie sollte eine bewusste Entscheidung sein, bei der beide Partner die Konsequenzen kennen und einen fairen Ausgleich planen. Teilzeit kann sinnvoll sein, wenn:

  • sie zeitlich begrenzt ist (z. B. wĂ€hrend der aktiven Kinderbetreuungsphase, maximal 3-5 Jahre)
  • es einen klaren Plan fĂŒr den Wiedereinstieg gibt
  • die finanziellen Verluste berechnet und kompensiert werden
  • beide Partner die Entscheidung gemeinsam treffen und einen fairen Ausgleich vereinbaren

Problematisch wird Teilzeit, wenn:

  • sie dauerhaft ohne zeitliche Begrenzung bleibt
  • keine Ausgleichsmaßnahmen geplant sind
  • nur eine Person die finanziellen Nachteile trĂ€gt, wĂ€hrend der Partner alle Vorteile hat
  • die Karriereentwicklung komplett zum Stillstand kommt
  • die Entscheidung nicht gemeinsam getroffen wurde und die langfristigen Konsequenzen nicht bekannt sind

Wie könnt ihr die Teilzeitfalle vermeiden? Strategien fĂŒr einen fairen Ausgleich

Die gute Nachricht: Ihr könnt die finanziellen Verluste durch Teilzeitarbeit kompensieren – wenn ihr sie kennt und gemeinsam plant. Es gibt zwei faire LösungsansĂ€tze, zwischen denen ihr wĂ€hlen könnt:

Lösungsansatz 1: Beide Partner gehen in Teilzeit

Wenn beide Partner ihre Arbeitszeit reduzieren, verteilen sich die finanziellen Verluste. Beide tragen die Nachteile, aber in gleichem Maße. Das kann fair sein, wenn beide Partner Ă€hnlich verdienen und Ă€hnliche Karrierechancen haben.

Lösungsansatz 2: Eine Person geht in Teilzeit mit finanziellem Ausgleich

Wenn nur eine Person die Arbeitszeit reduziert, sollte es einen finanziellen Ausgleich geben, der die langfristigen Verluste kompensiert. Der Partner, der weiterhin Vollzeit arbeitet, gleicht die Gehalts- und Rentenverluste der Person in Teilzeit aus. So tragen zwar beide die finanziellen Konsequenzen der gemeinsamen Entscheidung fĂŒr Kinder, aber auf faire Weise.

UnabhĂ€ngig davon, welchen Lösungsansatz ihr wĂ€hlt, sind hier die wichtigsten Strategien fĂŒr die Umsetzung:

a) Werdet euch der Verluste bewusst – berechnet sie gemeinsam

Bevor eine Person nach der Elternzeit in Teilzeit geht, solltet ihr gemeinsam genau wissen, welche finanziellen Verluste entstehen. Nur wenn ihr die Zahlen kennt, könnt ihr fundierte Entscheidungen treffen und einen fairen Ausgleich planen.

Nutzt die Rechner, um euch der Verluste bewusst zu werden:

  • Gehaltsausgleichrechner: Zeigt euch die direkten Gehaltsverluste wĂ€hrend der Teilzeitphase und die langfristigen finanziellen Auswirkungen
  • Rentenausgleichrechner: Zeigt euch, wie viele Rentenpunkte durch Teilzeitarbeit verloren gehen, wie viel weniger Rente im Alter zu erwarten ist und wie sich die Verluste ĂŒber die gesamte Rentenbezugsdauer summieren

Praxis-Tipp

Nutzt gemeinsam beide Rechner, um euch der vollen Dimension der Verluste bewusst zu werden. Die Zahlen können schockierend sein – aber nur wenn ihr sie kennt, könnt ihr einen fairen Ausgleich planen.

b) Plant den Ausgleich – so gleicht ihr die Verluste fair aus

Wenn eine Person nach der Elternzeit in Teilzeit geht und dadurch finanzielle Verluste hat, wĂ€hrend der Partner weiterhin Vollzeit arbeitet, muss es einen Ausgleich geben. Das ist nicht optional – es ist eine Frage der Fairness.

Ein fairer Ausgleich ist wichtig, weil:

  • beide Partner sich gemeinsam fĂŒr Kinder entschieden haben – aber nur eine Person die finanziellen Nachteile trĂ€gt
  • die Person in Teilzeit langfristig weniger Rente bekommt, wĂ€hrend der Partner weiterhin volle RentenansprĂŒche aufbaut
  • ohne Ausgleich ein massives finanzielles Ungleichgewicht entsteht, das sich ĂŒber Jahrzehnte verstĂ€rkt

Nutzt beide Rechner, um die faire Höhe des Ausgleichs zu berechnen:

  • Gehaltsausgleichrechner: Berechnet den Ausgleich fĂŒr die direkten Gehaltsverluste wĂ€hrend der Teilzeitphase
  • Rentenausgleichrechner: Berechnet den Ausgleich fĂŒr die langfristigen Rentenverluste und zeigt euch, wie hoch der Ausgleich sein sollte

Ein fairer Ausgleich kann verschiedene Formen haben:

  • Monatliche Ausgleichszahlungen: Der Partner, der weiterhin Vollzeit arbeitet, ĂŒberweist monatlich einen festen Betrag an den Teilzeit-Partner, um die Gehalts- und Rentenverluste auszugleichen
  • ZusĂ€tzliche RentenbeitrĂ€ge: Es werden zusĂ€tzliche RentenbeitrĂ€ge fĂŒr den Teilzeit-Partner gezahlt, um die Rentenverluste auszugleichen
  • Gemeinsame Altersvorsorge: Die private Altersvorsorge wird so aufgebaut, dass beide Partner im Alter Ă€hnlich gut abgesichert sind

Wichtig

Nutzt gemeinsam beide Rechner, um die faire Höhe des Ausgleichs zu berechnen. Ein fairer Ausgleich ist nicht nur gerecht, sondern schĂŒtzt auch vor finanzieller AbhĂ€ngigkeit und stellt sicher, dass beide Partner langfristig Ă€hnlich gut abgesichert sind.

c) Setzt einen klaren Zeitrahmen

Teilzeitarbeit sollte zeitlich begrenzt sein. Setze dir ein klares Ziel: Wann willst du wieder auf Vollzeit wechseln? Ein realistischer Zeitrahmen sind 3-5 Jahre, maximal 10 Jahre. Danach sollten die finanziellen Verluste so groß werden, dass ein Ausgleich schwierig wird.

Wichtig: Plane den Wiedereinstieg frĂŒhzeitig. Überlege dir:

  • Wie sieht die Betreuungssituation aus, wenn du wieder Vollzeit arbeitest?
  • Bietet dein Arbeitgeber flexible Arbeitsmodelle fĂŒr den Wiedereinstieg?
  • Wie kannst du die Karrierenachteile ausgleichen?

d) Plant den Wiedereinstieg strategisch

Der Wiedereinstieg nach Teilzeit sollte strategisch geplant sein. Überlege dir:

  • Wie kannst du die Karrierenachteile ausgleichen?
  • Welche Weiterbildungen brauchst du?
  • Wie kannst du dein Gehalt wieder steigern?
  • Gibt es flexible Arbeitsmodelle, die dir helfen?

Ein strategischer Wiedereinstieg kann bedeuten: Schrittweise die Arbeitszeit erhöhen (z. B. von 50% auf 75% auf 100%), Weiterbildungen wÀhrend der Teilzeitphase absolvieren oder nach neuen, besser bezahlten Positionen suchen.

Eigentlich ist das ganze ein strukturelles Thema

Die Teilzeitfalle ist nicht nur ein individuelles Problem, sondern ein strukturelles. Sie entsteht durch:

  • Fehlende Kinderbetreuung: Viele Frauen können nicht voll arbeiten, weil es nicht genug BetreuungsplĂ€tze gibt
  • Ungleiche Verteilung der Sorgearbeit: Frauen ĂŒbernehmen nach wie vor den Großteil der Kinderbetreuung und Hausarbeit
  • Steuerliche Anreize: Das Ehegattensplitting begĂŒnstigt traditionelle Rollenverteilungen
  • Arbeitswelt: Viele Jobs sind nicht familienfreundlich gestaltet
  • Gesellschaftliche Erwartungen: Es wird immer noch erwartet, dass Frauen die Hauptverantwortung fĂŒr die Kinderbetreuung tragen

Diese strukturellen Faktoren fĂŒhren dazu, dass Frauen hĂ€ufiger in Teilzeit arbeiten – und damit langfristig weniger Rente erhalten. Laut Statistischem Bundesamt sind 20,8 Prozent der Frauen ab 65 Jahren armutsgefĂ€hrdet, wĂ€hrend es bei MĂ€nnern nur 15,9 Prozent sind.[2]

Fazit: Teilzeit nach der Elternzeit ist eine gemeinsame Entscheidung – mit fairem Ausgleich

Teilzeitarbeit nach der Elternzeit ist keine kostenlose Lösung – sie ist ein Darlehen, das spĂ€ter aus der Rente zurĂŒckgezahlt wird. Die Zahlen sind eindeutig: Wer nach der Elternzeit langfristig in Teilzeit arbeitet, verliert nicht nur aktuelles Einkommen, sondern auch langfristig Rente, Gehaltsentwicklung und Karrierechancen.

Das Problem ist: In den meisten Paaren trĂ€gt nur eine Person diese Nachteile – wĂ€hrend der Partner weiterhin alle Vorteile hat. Das ist nicht fair, denn beide haben sich gemeinsam fĂŒr Kinder entschieden.

Die Lösung ist ein fairer Ausgleich. Nutzt die Rechner gemeinsam, um die konkreten Auswirkungen eurer Entscheidungen zu berechnen, plant einen fairen Ausgleich und setzt euch klare Ziele fĂŒr den Wiedereinstieg. Nur so könnt ihr sicherstellen, dass beide Partner langfristig Ă€hnlich gut abgesichert sind.

Wichtig ist: Redet darĂŒber. Viele Paare wissen nicht, welche langfristigen finanziellen Konsequenzen Teilzeitarbeit nach der Elternzeit hat – und dass es ungerecht ist, wenn nur eine Person die Nachteile trĂ€gt. Nutzt die Rechner, um die Zahlen zu sehen – und trefft dann bewusste, informierte Entscheidungen, die fĂŒr euch beide fair sind.

Wichtig

Die Teilzeitfalle ist ein strukturelles Problem, das nur durch gesellschaftliche VerÀnderungen vollstÀndig gelöst werden kann. Aber als Paar könnt ihr schon jetzt aktiv werden, um die Auswirkungen auf euer Leben zu minimieren.

Quellenverzeichnis

  • [1] Statistisches Bundesamt (Destatis): "ErwerbstĂ€tigkeit: Teilzeitquote nach Geschlecht" – destatis.de
  • [2] Statistisches Bundesamt (Destatis) (2024): "Gender Pension Gap 2023: AlterseinkĂŒnfte von Frauen 27,1 % niedriger als die von MĂ€nnern". Pressemitteilung vom 11.04.2024 – destatis.de
  • [3] Peter Haan, Michaela Kreyenfeld, Sarah Schmauk, Tatjana Mika (2025): "RentenansprĂŒche von Frauen bleiben mit steigender Kinderzahl deutlich hinter denen von MĂ€nnern zurĂŒck". DIW Wochenbericht 12/2025 – diw.de

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